Selbstwertgefühl stärken: 3 Wahrheiten, die verändern können, wie Sie auf sich schauen

"Der Selbstwert, bzw. das Selbstwertgefühl beschreibt, wie wir uns selbst sehen, bewerten und mit uns umgehen."
Vielleicht kennen Sie das: Sie wissen eigentlich, was Sie können. Sie bekommen Dinge geregelt, übernehmen Verantwortung in Job, Familie oder sozialem Umfeld und haben in Ihrem Leben schon einiges geschafft.
Und trotzdem reicht manchmal eine kritische Bemerkung, ein Fehler oder das Gefühl einer Erwartung (manchmal auch der eigenen) nicht gerecht geworden zu sein, und die Sicherheit bekommt einen Knacks.
Warum ist das so?
In meinem Artikel zum Thema: Selbstbewusstsein stärken - 7 bewährte Methoden... ging es bereits darum, wie Sie mehr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten entwickeln können.
Beim Selbstwertgefühl geht es noch eine Ebene tiefer.
Es geht darum, wie Sie sich selbst bewerten, was Sie über Ihren eigenen Wert gelernt haben und was davon heute noch unbemerkt in Ihrem persönlichen "inneren Betriebssystem" mitläuft.
Drei Wahrheiten darüber sind besonders wichtig.
1. Ihr Selbstwert ist nicht einfach da. Er hat eine Geschichte.
Niemand kommt mit dem Gedanken auf die Welt: Ich muss es allen recht machen",
"Ich darf keine Fehler machen" oder "Ich bin nur dann gut, wenn ich etwas leiste."
Frauke Niehues beschreibt Selbstwert in ihrem Faktoren-Schichten-Modell nicht als eine einzelne Eigenschaft, sondern als Zusammenspiel verschiedener Ebenen: Grundgefühl, Selbstakzeptanz, Selbstwirksamkeit, das Bewusstsein für die eigenen Fähigkeiten und die Systeme, in denen wir leben oder aufgewachsen sind. Es macht deutlich, dass unser Selbstwertgefühl nicht an einer einzigen Stelle entsteht. Frühe Beziehungserfahrungen spielen ebenso eine Rolle wie die Wahrnehmung der eigenen Fähigkeiten, das Erleben von Selbstwirksamkeit und die Systeme, in denen wir uns bewegen. Für mich steckt darin eine wichtige Erkenntnis: Unser heutiger Umgang mit uns selbst hat eine Geschichte.
Vielleicht haben Sie gelernt, zuverlässig zu sein. Verantwortung zu übernehmen. Harmonie herzustellen. Besonders viel zu leisten oder möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten.
Vieles davon kann eine Stärke sein.
Spannend wird es dort, wo aus einem hilfreichen Muster irgendwann ein Automatismus wird.
Was Ihnen diese Erkenntnis bringen kann:
Sie hören auf, nur an Ihrem heutigen Verhalten herumzukorrigieren, und beginnen zu verstehen, warum Sie in bestimmten Situationen immer wieder ähnlich reagieren.
Und plötzlich wird aus: "Warum bin ich bloß so?" eine wesentlich hilfreichere Frage:
"Woher kenne ich das eigentlich und warum war es bislang sinnvoll?"
2. Sie sind Ihrem Selbstwertgefühl nicht hilflos ausgeliefert
Selbstwert kann sich entwickeln. Sie können Sicherheit stärker aus sich selbst beziehen und weniger davon abhängig machen, was im Außen passiert.
Auch wenn manche Grundlagen früh entstehen, bedeutet das nicht, dass Ihr Selbstwertgefühl unveränderbar ist.
Im Gegenteil: Die verschiedenen Bereiche beeinflussen einander.
Selbstakzeptanz kann wachsen. Eigene Fähigkeiten können wieder bewusst werden. Selbstwirksamkeit entsteht durch Erfahrungswerte, etwas beeinflussen und verändern zu können.
Prägungen und damit verbundene Gefühle lassen sich vielleicht nicht einfach wegwischen und überschreiben. Aber Sie können Ihr eigenes Betriebssystem besser verstehen und neue Erfahrungen damit verknüpfen und somit ankern.
Das kann ganz praktisch dazu führen, weniger Bestätigung von außen zu suchen, mehr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu haben und klarer zu unterscheiden:
Was möchte ich und wie bleibe ich bei mir?
3. Ein gestärktes Selbstwertgefühl kann Ihren Alltag spürbar verändern
Ein gestärktes Selbstwertgefühl kann zu mehr innerer Stabilität, einem selbstverständlicheren Umgang mit den eigenen Bedürfnissen, klareren Grenzen und einem besseren Umgang mit Belastung, Kritik und Fehlern beitragen.
Sie geraten nicht mehr so schnell in Selbstzweifel. Sie merken früher, wenn Ihnen etwas zu viel wird, das kann nicht nur psychisch entlasten, sondern auch körperlich relevant sein. Denn dauerhafte innere Anspannung, ständiges Funktionieren und ein dauerhaft erhöhter Stresspegel belasten auf Dauer Körper und Psyche.
Ein gestärkter Selbstwert kann deshalb dazu beitragen, früher auf Warnsignale zu reagieren, Belastungen besser einzuordnen und bewusster mit den eigenen Kräften umzugehen.

Und genau darin liegt vielleicht der größte Mehrwert:
Sie können besser für sich einstehen, ohne ständig ein schlechtes Gewissen zu haben.
Sie können Ihre eigenen Bedürfnisse ernster nehmen, ohne daraus einen Kampf gegen die Bedürfnisse anderer zu machen.
Und Sie können Leistung erbringen, Verantwortung übernehmen und für andere da sein, ohne Ihren eigenen Wert davon abhängig zu machen.
Wenn der Beitrag Sie berührt und Sie spüren, dass Sie an genau dieses Thema ran wollen, dann ist das möglich: Genau damit beschäftigen wir uns im November, in unserem fünftägigen Seminar über 3 Wochenende verteilt „Selbstwert stärken: Zugriff aufs eigene Betriebssystem“. Wir: das bin ich Janine Nestmann und meine wunderbare Kollegin Anna Pohl von Focus2be
Wir schauen auf Prägungen und Systeme, machen vorhandene Fähigkeiten wieder sichtbar, beschäftigen uns mit Selbstzweifeln, Erwartungen, Selbsterlaubnis und übersetzen die Erkenntnisse schließlich in den jeweils eigenen Alltag.




